Mein Arbeitsverständnis – Gestalttherapie in der Praxis
Gestalttherapie ist ein humanistisches Therapieverfahren. Für mich bedeutet das: Im Mittelpunkt stehen Sie mit Ihrem Erleben – Gedanken, Gefühle, Körperempfindungen und das, was im Kontakt zwischen uns entsteht. Es geht nicht darum, Diagnosen zu stellen oder schnelle Lösungen zu liefern, sondern darum, gemeinsam wahrzunehmen, was gerade lebendig ist.
Häufig entstehen Schwierigkeiten dort, wo Erfahrungen nicht vollständig verarbeitet wurden oder alte Muster weiterwirken, ohne dass wir sie bemerken. In der Therapie schauen wir genau hin: Was zeigt sich jetzt? Was wirkt aus der Vergangenheit noch nach? Und wie fühlt sich das heute an? So werden Zusammenhänge erfahrbar – oft mehr durch Erleben als durch reines Verstehen.
Gestalttherapie ist dabei nicht „nur Gesprächstherapie“. Das Gespräch ist wichtig, aber ebenso entscheidend ist das bewusste Wahrnehmen im Moment – im Körper, in Gefühlen, Gedanken und im Kontakt. Kreative Elemente oder kleine Experimente können hinzukommen, wenn sie passend sind. Alles entsteht aus unserem gemeinsamen Prozess, Schritt für Schritt, in Ihrem Tempo.
Veränderung geschieht nicht durch Druck, sondern durch Bewusstheit und Akzeptanz – ein Grundgedanke der Gestalttherapie, den Arnold Beisser als „Paradoxon der Veränderung“ formuliert hat:
„Der Mensch ändert sich nicht durch das, was er werden will – sondern indem er ganz wird, was er ist.“
In meiner Praxis begleite ich diesen Prozess mit Aufmerksamkeit, Einfühlung und manchmal kleinen Experimenten. Ich höre nicht nur auf das, was gesagt wird, sondern auch auf das, was mitschwingt: Stimmungen, Gefühle, innere Bilder. So entsteht ein Raum, in dem Entwicklung möglich ist – in Ihrem eigenen Tempo.